Vizepräsident JD Vance lässt Dutzende Kliniken wegen mutmaßlich betrügerischer Abrechnung von Trans-Jugendmedizin untersuchen. Grundlage ist ein HHS-Bericht, den Ärzteverbände und die Human Rights Campaign scharf zurückweisen.
Bild: KI-generiert (Higgsfield) · Illustration
Vizepräsident JD Vance hat den amtierenden US-Justizminister Todd Blanche angewiesen, wegen mutmaßlich betrügerischer Abrechnungspraktiken gegen Dutzende Kliniken und Krankenhäuser zu ermitteln, die geschlechtsangleichende Behandlungen für trans Jugendliche anbieten. Grundlage ist ein am 13. August veröffentlichter Bericht des Gesundheitsministeriums (HHS) mit dem Titel „Wolves in White Coats“. Demnach sollen die Einrichtungen irreführende oder gefälschte Diagnose- und Abrechnungscodes genutzt haben, um Versicherungen zur Kostenübernahme zu bewegen.
Als „gefangene Patient*innen“ bezeichnet der Bericht trans Jugendliche und behauptet, Kliniken hätten mit den Behandlungen gezielt Einnahmequellen aufgebaut. Zudem wirft er der World Professional Association for Transgender Health (WPATH) vor, betrügerische Abrechnungspraktiken befördert zu haben – ein Vorwurf, den der Fachverband bereits zuvor zurückgewiesen und als bewusste Fehldarstellung seiner Forschung bezeichnet hatte.
Ärzteverbände widersprachen scharf. Susan Kressly, Präsidentin der American Academy of Pediatrics, warnte, es schaffe einen gefährlichen Präzedenzfall, wenn die Regierung festlege, welche Patientengruppen Behandlung verdienten – die Folgen trügen am Ende Kinder und Familien. Weil der Bericht auf Zuarbeit „trans-feindlicher Aktivist*innen“ gestützt sei, nannte Human-Rights-Campaign-Präsidentin Kelley Robinson die Kampagne „faktenfrei“ und warf ihr realen Schaden an der Community vor.
In eine Serie von Vorstößen der US-Regierung gegen geschlechtsangleichende Versorgung für Minderjährige reiht sich die Untersuchung ein, darunter der geplante Ausschluss entsprechender Behandlungen aus Medicaid und dem Kinderkrankenversicherungsprogramm CHIP ab Oktober. Fachgesellschaften wie die American Academy of Pediatrics und die American Medical Association stufen geschlechtsangleichende Versorgung weiterhin als medizinisch angemessene Behandlung ein und verweisen auf niedrige Bereuensraten in aktuellen Studien.
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