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Tennis: WTA-Gentest schließt trans Frauen faktisch aus

Tennis: WTA-Gentest schließt trans Frauen faktisch aus

Bild: KI-generiert (Higgsfield) · Illustration

Die WTA verpflichtet alle Spielerinnen der Profitour zu Gentests zur Bestimmung des biologischen Geschlechts. Wer den Test nicht besteht, darf nicht mehr an Turnieren teilnehmen – trans Frauen sind damit de facto ausgeschlossen.

Die Frauen-Tennisorganisation WTA hat für alle Spielerinnen auf der Profitour verpflichtende Gentests zur Bestimmung des biologischen Geschlechts eingeführt. Wer den Test nicht besteht, darf künftig nicht mehr an WTA-Turnieren teilnehmen – eine Regelung, die trans Frauen im Spitzentennis de facto ausschließt, unabhängig von Karrierestand oder bisherigen Turniererfolgen.

Die WTA begründet den Schritt mit der Fairness des Wettbewerbs und verweist auf mögliche physiologische Vorteile durch eine männliche Pubertät, etwa bei Knochendichte, Muskelmasse oder Schlaggeschwindigkeit. Kritiker*innen halten dagegen, dass pauschale Gentests der Komplexität von Geschlecht nicht gerecht werden und trans Athletinnen unter Generalverdacht stellen, ohne ihre individuelle sportliche Leistungsfähigkeit, Hormontherapie oder Trainingsgeschichte zu berücksichtigen.

Sportverbände weltweit ringen seit Jahren um Regelungen für den Umgang mit trans und intergeschlechtlichen Athlet*innen im Leistungssport. Während einzelne Verbände auf differenzierte Hormonwert-Grenzen setzen, entscheiden sich andere für strengere biologische Kriterien wie nun die WTA. Verbände aus dem Schwimmen und der Leichtathletik hatten in den vergangenen Jahren bereits ähnlich rigide Wege eingeschlagen und damit trans Frauen von internationalen Wettkämpfen weitgehend ausgeschlossen.

Für betroffene Spielerinnen bedeutet die neue Regel das faktische Ende ihrer Profikarriere im WTA-Tennis, unabhängig davon, wie lange sie bereits hormonell angeglichen sind oder wie ihre tatsächliche Leistungsfähigkeit im Vergleich zu cis Konkurrentinnen aussieht. LGBTIQ+-Sportverbände kündigten an, rechtliche Schritte gegen die Regelung zu prüfen, und warnten vor einer Signalwirkung für andere Sportverbände, die ähnliche Testpflichten erwägen.

27.07.2026

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