Bild: KI-generiert (Higgsfield) · Illustration
Die Frauen-Tennisorganisation WTA hat für alle Spielerinnen auf der Profitour verpflichtende Gentests zur Bestimmung des biologischen Geschlechts eingeführt. Wer den Test nicht besteht, darf künftig nicht mehr an WTA-Turnieren teilnehmen – eine Regelung, die trans Frauen im Spitzentennis de facto ausschließt, unabhängig von Karrierestand oder bisherigen Turniererfolgen.
Die WTA begründet den Schritt mit der Fairness des Wettbewerbs und verweist auf mögliche physiologische Vorteile durch eine männliche Pubertät, etwa bei Knochendichte, Muskelmasse oder Schlaggeschwindigkeit. Kritiker*innen halten dagegen, dass pauschale Gentests der Komplexität von Geschlecht nicht gerecht werden und trans Athletinnen unter Generalverdacht stellen, ohne ihre individuelle sportliche Leistungsfähigkeit, Hormontherapie oder Trainingsgeschichte zu berücksichtigen.
Sportverbände weltweit ringen seit Jahren um Regelungen für den Umgang mit trans und intergeschlechtlichen Athlet*innen im Leistungssport. Während einzelne Verbände auf differenzierte Hormonwert-Grenzen setzen, entscheiden sich andere für strengere biologische Kriterien wie nun die WTA. Verbände aus dem Schwimmen und der Leichtathletik hatten in den vergangenen Jahren bereits ähnlich rigide Wege eingeschlagen und damit trans Frauen von internationalen Wettkämpfen weitgehend ausgeschlossen.
Für betroffene Spielerinnen bedeutet die neue Regel das faktische Ende ihrer Profikarriere im WTA-Tennis, unabhängig davon, wie lange sie bereits hormonell angeglichen sind oder wie ihre tatsächliche Leistungsfähigkeit im Vergleich zu cis Konkurrentinnen aussieht. LGBTIQ+-Sportverbände kündigten an, rechtliche Schritte gegen die Regelung zu prüfen, und warnten vor einer Signalwirkung für andere Sportverbände, die ähnliche Testpflichten erwägen.
Verwandte Artikel
Trump greift bei Correspondents' Dinner gezielt queere Prominente an
Bei einer nachgeholten Ausgabe des White House Correspondents' Dinner richtete US-Präsident Trump abwertende Bemerkungen gegen die trans Content-Creatorin Dylan Mulvaney sowie die Moderatoren Anderson Cooper und Don Lemon. Mulvaney reagierte mit einem Video.
Judoka Timo Cavelius spricht offen über sein Coming-out
Der deutsche Judo-Olympionike Timo Cavelius erzählt, warum er sich 2020 öffentlich outete und wie sein Team reagierte. Für Los Angeles 2028 hat er sich neue sportliche Ziele gesetzt.
NFL-Quarterback Caleb Williams lässt sich von Hass wegen lackierter Nägel nicht beirren
Chicago-Bears-Star Caleb Williams trägt seit Jahren lackierte Fingernägel und erntet dafür homophobe Anfeindungen – obwohl er sich nie als schwul geoutet hat. Er bleibt dabei.