Caleb Williams, Quarterback der Chicago Bears, hat sich in seiner zweiten NFL-Saison von einem enttäuschenden Rookie-Jahr zu einem der auffälligsten Spieler der Liga entwickelt. Nach dem Wechsel zu Offensive Coordinator Ben Johnson führte er die Bears bis in die Divisional Round der NFC-Playoffs. Der Sportsender ESPN zählt ihn inzwischen zu den zehn besten Quarterbacks der NFL, und er wurde als Cover-Athlet für das Videospiel „Madden NFL 27" ausgewählt.
Neben seinen Leistungen auf dem Feld fällt Williams durch etwas auf, das im Profifootball selten ist: lackierte Fingernägel. Die Gewohnheit brachte ihm wiederholt homophobe Kommentare ein, obwohl er sich nie als schwul geoutet hat. Auf die Frage, wie er zu dieser Tradition kam, antwortete er knapp: „Ich weiß, wer ich bin. Ich weiß, was ich mag." Die Kritik lässt ihn nach eigenen Worten unbeeindruckt – was andere über ihn dächten, sei ihm „völlig egal".
Williams positioniert sich zugleich offen als Unterstützer der LGBTQ+-Community, ohne daraus eine große Kampagne zu machen. Für viele Beobachter ist gerade diese Beiläufigkeit das eigentliche Statement: ein junger Quarterback in einer Liga, die stark auf traditionelle Männlichkeitsbilder setzt, hält an einem Detail fest, das ihm Anfeindungen einbringt, weil es ihm gefällt – nicht, weil er damit ein Zeichen setzen will.
Im nach außen betont männlich geprägten American Football bleibt das eine Ausnahme. Williams' Beispiel zeigt, dass sportlicher Erfolg und ein Bruch mit engen Rollenbildern sich nicht ausschließen müssen.
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