Nach mehr als sieben Jahren an der Spitze der WNBA kündigt Commissionerin Cathy Engelbert ihren Rückzug an – inmitten einer hitzigen Debatte um trans Athletinnen im US-Sport.
Cathy Engelbert, seit 2019 erste offizielle Commissionerin der WNBA, gibt ihren Rückzug zum 31. Dezember bekannt – nach mehr als sieben Jahren an der Spitze der Liga. Die WNBA wurde 1996 gegründet; ihre Spitze trug zuvor stets den Titel Präsidentin, Engelbert war die Erste mit dem Titel Commissioner – ein Signal für den gewachsenen Stellenwert der Liga im US-Profisport. In ihrer Amtszeit wuchs die WNBA von 12 auf 15 Teams, bis 2030 sollen drei weitere hinzukommen; zugleich stiegen die Zuschauerzahlen spürbar. Engelbert verhandelte zwei Tarifverträge, der jüngste aus diesem Jahr brachte den Spielerinnen deutlich höhere Gehaltsobergrenzen.
Der Rückzug fällt in eine Phase, in der die Liga stark unter Druck steht. Nach kritischen Äußerungen der Indiana-Fever-Spielerin Sophie Cunningham gegen trans Athletinnen im Juli griffen konservative Medien das Thema massiv auf und hielten es wochenlang in den Schlagzeilen. Engelbert reagierte im August mit einem internen Memo, ohne klar Position zu beziehen – sie sprach von einem „komplexen und vielschichtigen Thema", über das man „wichtige Gespräche" weiterführen wolle. An der bestehenden Zulassungsregel, die die Liga Frauen vorbehält, änderte sich dadurch nichts, und auch nach Engelberts Rückzug bleibt offen, wie die Liga sich in der Debatte künftig positioniert.
Wer Engelbert nachfolgt, ist noch offen. Zum Abschied erklärte sie, sie gehe im Wissen, „etwas Größeres, Stärkeres und Dauerhafteres aufgebaut zu haben, als wir es uns hätten vorstellen können".
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