Scotty Rawk, Profi-Wrestler aus dem englischen Grimsby, hat sich nach zehn Jahren in der unabhängigen Wrestling-Szene öffentlich als schwul geoutet. Rawk ist Mitbegründer der Promotion British Wrestling Revolution und gewann unter anderem das Rainbow Rumble bei "EFFY's Big Gay Brunch UK 3" – ausgerechnet nach diesem Sieg sprach er im September vergangenen Jahres erstmals offen über seine Sexualität.
"Vor einem Jahr war ich mit einer Frau verlobt. Ich hatte ein Haus", sagte Rawk vor dem Publikum. "Und jetzt finde ich mich dabei wieder, wie ich mich mit meinem besten Freund, der ein Mann ist und mein Partner ist, vom absoluten Tiefpunkt zurückkämpfe." Die Zuschauer reagierten mit Applaus.
Seine fünfjährige Beziehung zu einer Frau, mit der er ein gemeinsames Haus gekauft und sich verlobt hatte, endete nach eigener Aussage einvernehmlich: Beide hätten unterschiedliche Vorstellungen von Glück verfolgt. Kurz danach vertiefte sich seine zwölfjährige Wrestling-Freundschaft mit Adam Moverley zu etwas Persönlicherem. Aus fachlichem Austausch wurden nächtelange Gespräche über Philosophie und das eigene Leben. Rawk beschreibt die Entwicklung als "sehr romantisch" und beinahe "filmreif".
Dass er seine Identität so lange verdrängt habe, erklärt Rawk mit früheren Mobbing-Erfahrungen und seinem Umfeld: "Ich wollte keinen weiteren Grund haben, mich nicht normal zu fühlen, also habe ich mich zurückgezogen und auf Nummer sicher gespielt." Bereits früh habe er gespürt, dass ein Teil seiner Identität nicht in ein heteronormatives Bild passte, verdrängte den Gedanken aber über Jahre.
Heute lebt Rawk offen mit Moverley zusammen und tritt weiterhin in der britischen Wrestling-Szene auf – als einer der wenigen offen schwulen Sportler in einem Umfeld, das lange als überwiegend heteronormativ galt.
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