Andy Burnham ist neuer Premierminister von Großbritannien. Der 56-Jährige löst Keir Starmer ab, der das Amt nur zwei Jahre innehatte, und zog am 20. Juli 2026 mit breiter Rückendeckung der Labour-Partei in die Downing Street 10 ein.
Burnham war zuvor neun Jahre Bürgermeister von Greater Manchester und trug dort den Spitznamen "King of the North" – für wirtschaftliches Wachstum und sinkende Armut in den Innenstädten. Er gilt als bodenständig und nahbar, tritt meist in dunklem T-Shirt und Jeans auf.
Außenpolitisch will er die Unterstützung für die Ukraine fortsetzen und die Beziehungen zur EU vertiefen. Einen EU-Beitritt Großbritanniens "noch zu seinen Lebzeiten" hält er für wünschenswert, auch wenn Beobachter davon ausgehen, dass er dieses Thema aus politischem Kalkül vorerst nicht vorantreiben wird.
Für die queere Community in Großbritannien ist Burnhams Amtsantritt ein Hoffnungszeichen. Er unterstützte in seiner politischen Laufbahn durchgehend LGBTIQ+-Rechte: die Abschaffung von Section 28, eingetragene Partnerschaften und die Ehe für alle. Als Bürgermeister berief er 2018 Carl Austin-Behan, der wegen seiner Homosexualität aus der Royal Air Force entlassen worden war, zum LGBTIQ+-Beauftragten der Stadt und richtete einen Gleichstellungsbeirat für Greater Manchester ein. Zudem entschuldigte er sich für frühere Diskriminierung queerer Menschen durch die Polizei.
Auch bei medizinischen Fragen bezog er Position: Er setzte sich für IVF-Zugang für lesbische Paare ein und überprüfte die Blutspende-Beschränkungen für schwule Männer mit den Worten, sexuelle Orientierung "sollte eigentlich keine Rolle spielen".
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