Das britische Bildungsministerium hat eine überarbeitete Leitlinie zum Kinderschutz an Schulen veröffentlicht, die "Keeping Children Safe in Education 2026". Sie tritt am 1. September in Kraft und orientiert sich an den Vorgaben der Gleichstellungsbehörde EHRC zu geschlechtergetrennten Räumen.
Die Richtlinie legt fest: Schulen dürfen Kinder nicht in Toiletten lassen, die für das jeweils andere biologische Geschlecht vorgesehen sind – auch dann nicht, wenn eine Schule eine soziale Transition in irgendeiner Form unterstützt. Alternative Einzeltoiletten können angeboten werden, verpflichtend ist das aber nicht.
Auch beim Umgang mit Anträgen auf soziale Transition setzt die Leitlinie enge Grenzen: Eltern und Erziehungsberechtigte sollen "aktiv einbezogen" und ihre Ansichten "mit Gewicht" behandelt werden. Kritiker*innen sehen darin eine faktische Zwangsouting-Regel, die trans Kinder gefährden könnte. Schulen werden zudem dazu angehalten, entsprechende Anträge eher abzulehnen; eine Zustimmung sei, so die Leitlinie, insbesondere bei jüngeren Kindern "nur in sehr seltenen Fällen" vorgesehen.
Die Organisation Good Law Project kritisierte die Richtlinie scharf. Sie bemängelt vor allem, dass unklar bleibe, wie Schulen trans Schüler*innen den Zugang zu Toiletten, Umkleiden und Sportangeboten überhaupt ermöglichen sollen. Die Leitlinie lasse trans und nicht-binäre Kinder mit ungelösten praktischen Fragen zurück – und setze sie damit einem höheren Risiko aus.
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