Ein neues Gesetz in Missouri untersagt staatlich finanzierte Hormontherapien und Operationen für trans Gefangene – wer bereits in Behandlung ist, muss sie abbrechen.
Missouris Gouverneur Mike Kehoe hat am 30. Juni ein Gesetz unterzeichnet, das trans Menschen in staatlichen Gefängnissen den Zugang zu geschlechtsangleichender Behandlung entzieht. Das als HB 2009 bekannte Gesetz wurde als Zusatz zu einem Haushaltsgesetz für den Strafvollzug eingebracht und untersagt dem Department of Corrections, Hormontherapien oder Operationen aus Steuergeldern zu finanzieren.
Wer zum Zeitpunkt des Inkrafttretens bereits eine Hormonbehandlung erhält, muss sie nach der neuen Regelung abbrechen. Für Menschen, die eine Behandlung beginnen wollten, entfällt die Möglichkeit vollständig. Der republikanische Abgeordnete Dirk Deaton, der den Gesetzentwurf einbrachte, verteidigte die Maßnahme im März im Repräsentantenhaus mit den Worten, es handle sich um Menschen, die "einer Straftat überführt" worden seien und "auf Kosten der Steuerzahler" einsäßen.
Rechtlich bewegt sich Missouri auf umkämpftem Terrain: Ein Bundesgerichtsurteil aus dem Jahr 2018 (Hicklin v. Precythe) hatte eine pauschale Verweigerung von Hormontherapien als Verstoß gegen das Verbot grausamer und ungewöhnlicher Strafen im achten Verfassungszusatz gewertet und eine individuelle medizinische Prüfung verlangt. Geschlechtsangleichende Operationen waren davon jedoch ausgenommen – der Bundesstaat hatte sie bereits 2023 gesondert eingeschränkt.
Mit dem neuen Gesetz muss die Behörde nun sämtliche staatlich finanzierten Behandlungen für aktuell in Transition befindliche Gefangene einstellen. Kritiker:innen werten das Vorgehen als Fortsetzung einer Serie von Einschränkungen, die trans Menschen in US-Gefängnissen zunehmend den Zugang zu medizinischer Versorgung erschweren.
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