Eine 17-jährige trans Tänzerin hat sich nach einer koordinierten Kampagne von Politikern und einer konservativen Organisation aus den nordamerikanischen Irish-Dance-Meisterschaften in Florida zurückgezogen.
Eine 17 Jahre alte trans Tänzerin hat sich aus den North American Irish Dance Championships in Orlando zurückgezogen – nach Wochen politischen Drucks von republikanischen Politikern und einer christlich-konservativen Organisation.
Ende Juni schrieben die US-Abgeordneten Randy Fine und Greg Steube einen Brief an die veranstaltenden Tanzverbände CLRG und IDTANA, in dem sie die Teilnahme der Jugendlichen kritisierten. Fine erklärte öffentlich, „biologische Jungen“ gehörten nicht in den Mädchentanz. Kurz darauf drohte Floridas Generalstaatsanwalt James Uthmeier den Organisationen rechtliche Schritte an und kündigte an, seine Behörde werde solche Regelungen „nicht tolerieren“. Auch die konservative Gruppe Concerned Women for America schaltete sich ein: Ihre Direktorin Maggie McKneely hatte zuvor bereits eine Beschwerde eingereicht.
Die Meisterschaften begannen am 2. Juli. Nach dem anhaltenden Druck entschied sich die Tänzerin zum Rückzug. CLRG und IDTANA hatten ihre inklusive Politik zuvor wiederholt verteidigt und betont, sie würden sich für jede einzelne Tänzerin einsetzen. Es ist nicht der erste Konflikt dieser Art: Schon 2023 hatte eine trans Tänzerin einen Wettbewerb gewonnen, was damals ähnliche Proteste konservativer Kreise auslöste.
Der Fall reiht sich ein in eine wachsende Zahl politischer Eingriffe in den Sport- und Wettbewerbsalltag trans Jugendlicher in den USA. Kritiker werfen den beteiligten Politikern vor, gezielt eine Minderjährige öffentlich unter Druck gesetzt zu haben, um ein politisches Signal zu setzen. Die Tanzverbände äußerten sich nach dem Rückzug nicht erneut öffentlich.
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