Nicole DeBiase wirft ihrer Dienststelle in Somerville, New Jersey, jahrelange sexuelle Belästigung und Benachteiligung wegen ihrer sexuellen Orientierung vor - von einer übergriffigen Massage bis zu verweigerter Unterstützung im Einsatz. Sie fordert Schadenersatz.
Bild: KI-generiert · Illustration
Nicole DeBiase, Polizistin in der Kleinstadt Somerville im US-Bundesstaat New Jersey, hat Klage gegen die Gemeinde und Polizeichef Dennis Manning eingereicht. Der Vorwurf: jahrelange Diskriminierung wegen ihrer sexuellen Orientierung, die ihren Kolleginnen und Vorgesetzten bekannt war.
Die 25-seitige Klageschrift listet mehrere Vorfälle auf. Ein Kollege soll ihr 2019 von hinten die Schultern massiert und dabei eine Erektion an ihrem Rücken gespürt haben lassen; als sie sich umdrehte, habe sie gesehen, wie er sich am Schritt zu schaffen machte. Nach einer Schulteroperation im Dezember 2024 habe Manning ihr - anders als anderen Beamten - die von ihrem Arzt empfohlenen leichteren Aufgaben verweigert, mit der Begründung, dann müsse er das für alle machen. Ihre Dienstzeiten seien so verändert worden, dass ihr Überstundenausgleich entging und sie von Einsätzen der Gemeindepolizei ausgeschlossen wurde. Bei einem Einsatz mit einer aufgebrachten Jugendlichen im Juni sei ihr zudem keine rechtzeitige Verstärkung geschickt worden.
Kollegen hätten sich zudem wiederholt abfällig über die Körper von Frauen im Fernsehen geäußert und sie einmal gefragt, ob sie mit einer bestimmten Fernsehfrau schlafen würde. All das habe, so die Klage, ein feindseliges, einschüchterndes und erniedrigendes Arbeitsumfeld geschaffen und ihre Gesundheit, ihr Berufsleben und ihre Familie belastet.
DeBiase fordert Schadenersatz sowie die Übernahme ihrer Anwaltskosten. Der Fall wirft erneut ein Schlaglicht auf die Situation von Frauen in der US-Polizei: Bundesweit liegt ihr Anteil bei 12,6 Prozent, in New Jersey bei 9 Prozent - Studien zufolge sind lesbische Beamtinnen dabei besonders häufig mit widersprüchlichen Erwartungen konfrontiert.
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