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Michigan: Jury spricht entlassenen Redakteuren nach Pride-Memo über vier Millionen Dollar zu

Wirtschaft & Arbeit

Zwei frühere Nachrichtenchefs eines Senders in Grand Rapids bekommen im Streit um ein internes Memo zur Pride-Berichterstattung Schadenersatz von Nexstar. Ihre Verleumdungsklage wies die Jury ab.

Michigan: Jury spricht entlassenen Redakteuren nach Pride-Memo über vier Millionen Dollar zu

Bild: KI-generiert · Illustration

Ein Bundesgericht in Michigan hat zwei früheren Nachrichtenchefs des Fernsehsenders WOOD TV8 in Grand Rapids Schadenersatz von insgesamt gut vier Millionen Dollar zugesprochen. Beklagt war der Konzern Nexstar Media Group. Der Prozess vor dem Western District of Michigan unter Richter Robert Jonker begann am 6. Oktober 2026. Am 9. Oktober urteilte die Jury einstimmig zugunsten von Stanton Tang und Amy Fox, was ihre Klagen wegen Verletzung der Privatsphäre und nach Landesrecht anging. Ihre Verleumdungsklagen wies sie ab.

Fox erhielt 1,8 Millionen Dollar für „false light invasion of privacy“, also die Darstellung in einem falschen Licht, dazu 500.000 Dollar Strafschadenersatz und 93.000 Dollar nach dem Michigan Employee Right to Know Act. Tang bekam 1,29 Millionen Dollar, 300.000 Dollar Strafschadenersatz und ebenfalls 93.000 Dollar.

Auslöser war ein Memo vom Juni 2023. Tang hatte Fox gebeten, die Pride-Berichterstattung des Senders zu beleuchten und zu klären, warum sie sich von der zu Women's History Month oder Black History Month unterschied. Nach Angaben des Nexstar-Anwalts Richard Warren kam die Bitte, nachdem konservative Zuschauer sich beschwert hatten. Das Memo forderte die Redaktion auf, den Nachrichtenwert von Pride-Veranstaltungen abzuwägen und ausgewogen zu berichten. Teile der Belegschaft sahen darin den Versuch, die Berichterstattung einzuschränken; eine Moderatorin warf dem Papier öffentlich vor, es verlange „gleiche Sendezeit für Hass und Diskriminierung“.

Tang und Fox sagen, die Geschäftsführung habe das Memo zunächst als Wiederholung bestehender Regeln gesehen. Nachdem es an andere Medien gelangt war, habe sie die Haltung gewechselt und sie als queerfeindlich dargestellt. Der Sender entließ beide und zwei weitere Beschäftigte. Nexstar entschuldigte sich bei der LGBTQ-Community und den Zuschauern und erklärte, die beiden hätten das Vertrauen der Redaktion verloren. Die Anwältin der Kläger, Nancy Temple, hielt das Memo für weniger anstößig als von manchen empfunden.

Ob Nexstar Rechtsmittel einlegt, ist bislang nicht bekannt.

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