Eine Bundesjury in Michigan hat zwei früheren Redaktionsleitern des Senders WOOD TV8 rund vier Millionen Dollar zugesprochen. Sie waren nach einem Memo zur Pride-Berichterstattung entlassen worden.
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Eine Bundesjury in Michigan hat den ehemaligen Nachrichtenleitern Stanton Tang und Amy Fox zusammen mehr als vier Millionen US-Dollar zugesprochen. Beide arbeiteten bei WOOD TV8 in Grand Rapids, einem NBC-Ableger der Nexstar Media Group. Nexstar hatte sie nach einem internen Memo zur Berichterstattung über Pride-Veranstaltungen entlassen.
Die Geschworenen bejahten laut Metro Weekly eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts in Form einer „False Light“-Darstellung, also einer falschen und entstellenden öffentlichen Darstellung. Außerdem sahen sie einen Verstoß gegen das Michigan Employee Right to Know Act. Die Verleumdungsklagen der beiden wies die Jury ab. Fox erhielt 1,8 Millionen Dollar sowie 500.000 Dollar Strafschadensersatz, Tang 1,29 Millionen Dollar und 300.000 Dollar Strafschadensersatz. Dazu kommen für jeden 93.000 Dollar wegen des Verstoßes gegen das Arbeitnehmerinformationsgesetz. Der Prozess vor dem Bundesbezirksgericht für den Western District of Michigan unter Richter Robert Jonker begann am 6. Oktober. Die Jury beriet bis zum Abend des 9. Oktober und entschied einstimmig.
Im Juni 2023 hatte Tang Fox gebeten, ein Memo zur Pride-Berichterstattung zu verfassen. Anlass waren Beschwerden konservativer Zuschauer, darunter Mitglieder seiner Kirche. Nexstars Anwalt Richard Warren sagte, das Memo habe die Berichterstattung ausgewogener machen sollen. Es forderte, die Nachrichtenrelevanz der Pride-Ereignisse zu prüfen und beide Seiten einzubeziehen. Fox verschickte es an die gesamte Redaktion, ohne es zuvor mit der Geschäftsführerin Julie Brinks abzustimmen. Viele Mitarbeitende werteten es als Versuch, die Pride-Berichterstattung einzuschränken. Ein Moderator warf dem Memo auf X vor, es verlange, „Hass und Diskriminierung“ gleiche Sendezeit einzuräumen.
Nachdem das Memo an andere Medien gelangt war und negativ aufgenommen wurde, entließ der Sender Fox, Tang und zwei weitere Beschäftigte. Fox und Tang machen die Geschäftsleitung dafür verantwortlich, sie als Schuldige dargestellt und Berichte lanciert zu haben, die sie als schwulenfeindlich erscheinen ließen. Nexstar erklärte, das Memo stehe nicht im Einklang mit den Werten des Unternehmens, und entschuldigte sich bei der LGBTQ-Community und den Zuschauern. Die beiden hätten zudem das Vertrauen der Redaktion verloren. Ihre Anwältin Nancy Temple sagte, die E-Mail habe die Redaktion nicht zu weniger Berichterstattung angewiesen, sondern zu einer durchdachten.
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