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Pride-Memo: Jury spricht entlassenen TV-Nachrichtenchefs mehr als vier Millionen Dollar zu

Wirtschaft & Arbeit

Ein Bundesgericht in Michigan hat zwei früheren Nachrichtendirektoren des Senders WOOD TV8 über vier Millionen Dollar zugesprochen. Sie waren nach einem Memo zur Pride-Berichterstattung entlassen worden. Die Verleumdungsklagen wies die Jury ab.

Pride-Memo: Jury spricht entlassenen TV-Nachrichtenchefs mehr als vier Millionen Dollar zu

Bild: KI-generiert · Illustration

Eine Bundesjury in Michigan hat zwei ehemaligen Nachrichtendirektoren des NBC-Senders WOOD TV8 in Grand Rapids mehr als vier Millionen Dollar zugesprochen. Stanton Tang und Amy Fox waren wegen eines Memos zur Berichterstattung über den Pride Month entlassen worden. Der Sender gehört zur Nexstar Media Group. Das berichtete Metro Weekly am 18. Oktober.

Die Jury gab beiden in zentralen Punkten recht: Sie sah ihre Privatsphäre verletzt, weil sie in ein falsches Licht gerückt worden waren. Die Verleumdungsklagen wies sie ab. Der Prozess lief vor Bundesrichter Robert Jonker am Western District of Michigan und begann am 6. Oktober. Die Jury beriet bis in den Abend des 9. Oktober, dann fielen die Urteile einstimmig.

Fox erhält 1,8 Millionen Dollar wegen Verletzung der Privatsphäre, 500.000 Dollar Strafschadensersatz und 93.000 Dollar, weil der Sender gegen ein Michigan-Gesetz über Auskunftsrechte von Beschäftigten verstieß. Zusammen sind das gut 2,39 Millionen Dollar. Tang bekommt 1,29 Millionen Dollar, 300.000 Dollar Strafschadensersatz und ebenfalls 93.000 Dollar, insgesamt rund 1,68 Millionen.

Im Juni 2023 hatte Tang Fox gebeten, ein Memo zur Pride-Berichterstattung zu schreiben. Er befürchtete, sie weiche von der Berichterstattung über den Women’s History Month und den Black History Month ab. Der Nexstar-Anwalt Richard Warren erklärte, Tang habe dies getan, nachdem sich konservative Zuschauende, darunter Mitglieder seiner Kirche, über die Pride-Berichte beschwert hätten. Das Memo forderte die Redaktion auf, den Nachrichtenwert von Pride-Veranstaltungen zu prüfen und Beiträge ausgewogen zu gestalten.

Viele Mitarbeitende sahen darin den Versuch, die Berichterstattung einzuschränken. Eine Moderatorin schrieb auf X, das Memo verlange, „Hass und Diskriminierung gleich viel Zeit“ zu geben. Die Senderchefin Julie Brinks, die wegen eines Familiennotfalls außerhalb des Bundesstaates war, teilte Fox und Tang per E-Mail mit, das Memo scheine niemanden zu diskriminieren.

Nach Darstellung der beiden schwenkte das Management später um und lancierte Berichte, die sie als queerfeindlich darstellten. Der Sender entließ sie und zwei weitere Beschäftigte. Nexstar nannte das Memo unvereinbar mit den Werten des Unternehmens und entschuldigte sich bei der LGBTQ-Community. Der Konzern erklärte zudem, Fox und Tang hätten das Vertrauen der Redaktion verloren, weil sie persönliche Ansichten in die Berichterstattung getragen hätten. Ihre Anwältin Nancy Temple hielt dagegen: Die E-Mail habe die Redaktion „nicht angewiesen, die Berichterstattung einzuschränken oder zu beenden“.

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