Die Dating-App Goose, die sich selbst als soziale Alternative zu Grindr positioniert, steht wegen mutmaßlicher Fake-Profile in der Kritik. Eine Recherche des Magazins WIRED fand mehr als zwei Dutzend Accounts, die mit hoher Wahrscheinlichkeit KI-generierte Gesichter zeigen und zur Werbung neuer Nutzer eingesetzt wurden. Auffällig geringe Interaktionsraten trotz hoher Followerzahlen sowie ungewöhnliche Verhältnisse von Followern zu Abonnements – für die Auswertung typische Anzeichen automatisiert erstellter Konten.
Gegründet wurde Goose vom offen schwulen Model und Unternehmer Derek Chadwick zusammen mit David Aliagas. Ein mit Aliagas verknüpfter Account soll auf Instagram für bezahlte „Ambassador“-Positionen geworben und dafür sogenannte Finstas gesucht haben, speziell angelegte Zweit-Accounts. Gegenüber WIRED berichteten mehrere Nutzer, sie seien von vermeintlich KI-generierten Profilen kontaktiert und zur Anmeldung bei Goose gedrängt worden. Ryan Cheam etwa schilderte den Kontakt zu einem Account namens @alistaircrombbie, den er zunächst für einen echten Nutzer hielt. Das Profil verschwand später von Instagram.
Statt zu wischen, „winken“ sich Nutzerinnen und Nutzer bei Goose zu; erst ein gegenseitiges Winken öffnet den Chat. Die App verspricht kuratierte Communitys, eine Live-Karte und Schutz vor Screenshots und schaffte es im Frühjahr auf Platz vier der Lifestyle-Charts im Apple App Store. Inzwischen ist sie auf Platz 66 zurückgefallen. Ein Sprecher von Goose weist die Vorwürfe zurück: Das Team wähle jede eingeladene Person persönlich aus und arbeite rund um die Uhr daran, die App frei von Fake-Profilen zu halten. Nach US-amerikanischem Recht untersagt die Handelsaufsicht FTC den Einsatz KI-generierter Accounts zur Täuschung von Nutzerinnen und Nutzern.
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