Nach einer Klage zweier Mittelschüler hebt ein Schulbezirk in Virginia sein Verbot außerunterrichtlicher Gruppen an Mittelschulen wieder auf. Ausgangspunkt war der Streit um eine genehmigte, dann gestoppte Gay-Straight Alliance.
Bild: KI-generiert · Illustration
Der Schulbezirk von King George County in Virginia muss eine Gay-Straight Alliance an der dortigen Mittelschule wieder zulassen. Der Schulvorstand stimmte am 11. September einstimmig dafür, außerunterrichtliche Gruppen wieder auch jüngeren Jahrgängen zu öffnen – nachdem er genau das im November 2025 untersagt hatte.
Vorausgegangen war ein handfester Streit: Im September 2025 hatte Rektorin Casey Nice die Gründung der Gruppe genehmigt, binnen weniger Tage zeigten 17 Schüler:innen Interesse. Nach heftiger Kritik auf Facebook setzte die Schule das Vorhaben aus, die betreuende Lehrkraft sah sich Doxxing und Grooming-Vorwürfen ausgesetzt. Der Bezirk änderte daraufhin seine Regeln so, dass außerunterrichtliche Clubs künftig nur noch an der Highschool erlaubt waren – während Angebote wie Roboter-AG, Beta Club oder Jahrbuch-Redaktion an der Mittelschule weiterliefen.
Zwei betroffene Schüler und ihre Familien zogen vor Gericht und warfen dem Bezirk, Superintendent Jesse Boyd und Rektorin Nice eine Verletzung des Ersten Verfassungszusatzes und des Bundesgesetzes zur Gleichbehandlung von Schulgruppen vor – für sie ein Fall von „Diskriminierung nach Sichtweise“. Ein Bundesgericht ordnete am 4. September einen Vergleich an, dessen genauer Inhalt nicht veröffentlicht wurde. Superintendent Boyd räumte ein, die Gemeinde ringe mit der Frage, ob Geschlecht und Sexualität überhaupt Themen für Kinder im Vorpubertätsalter seien. Rektorin Nice sagte, mit einer derartigen Wucht der Reaktionen habe sie nicht gerechnet.
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