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Gloria Anzaldúa

Buchstabe G 80 Begriffe
Gloria Evangelina Anzaldúa (1942–2004) war eine US-amerikanische Denkerin, die die Chicana-Feminismus-Bewegung, die Kulturtheorie und die Queer Theory maßgeblich geprägt hat. Aufgewachsen an der texanisch-mexikanischen Grenze in Harlingen, machte sie die eigene Grenzerfahrung zwischen Sprachen, Kulturen und Identitäten zum Zentrum ihres Denkens. Ihr bekanntestes Werk, „Borderlands/La Frontera: The New Mestiza“ (1987), verbindet Autobiografie, Theorie und Lyrik zu einer Reflexion über Grenzräume, Identität und Unterdrückung. Gemeinsam mit Cherríe Moraga gab sie 1981 den Sammelband „This Bridge Called My Back: Writings by Radical Women of Color“ heraus, der bis heute als Gründungstext einer feministischen Theorie gilt, die Rassismus, Klasse und Sexualität zusammendenkt. Zentral für Anzaldúas Werk sind Begriffe wie „Nepantla“ (Zwischenraum) und das „neue Mestiza-Bewusstsein“, mit denen sie beschreibt, wie gemischte, mehrfache Identitäten binäres Denken herausfordern – ein Ansatz, der Fragen von Intersektionalität aufgriff, bevor der Begriff selbst gebräuchlich wurde. Als offen bisexuelle Autorin verband sie sexuelle Identität untrennbar mit Fragen von Sprache, Spiritualität und politischem Trauma. Anzaldúa starb 2004 in Santa Cruz, Kalifornien; die Society for the Study of Gloria Anzaldúa pflegt bis heute ihr wissenschaftliches Erbe.

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