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Kyriarchat

Buchstabe K 31 Begriffe
Kyriarchat bezeichnet ein System ineinandergreifender Herrschaftsverhältnisse, in dem eine Person je nach Kontext gleichzeitig unterdrückt und privilegiert sein kann. Der Begriff erweitert die klassische Patriarchats-Kritik, die vor allem Geschlecht in den Blick nimmt, um weitere Achsen wie Rassismus, Klassismus, Heterosexismus, Alter und Religion. Geprägt hat den Begriff die Theologin Elisabeth Schüssler Fiorenza 1992 in ihrem Buch "But She Said: Feminist Practices of Biblical Interpretation". Das Wort setzt sich aus den griechischen Begriffen kyrios (Herr, Herrscher) und archein (herrschen) zusammen. Schüssler Fiorenza wollte damit zeigen, dass sich Diskriminierung nicht auf eine einzelne Kategorie reduzieren lässt: Wer in einer Hinsicht privilegiert ist, kann in einer anderen strukturell benachteiligt sein – etwa ein weißer schwuler Mann, der zugleich von Heterosexismus betroffen und von Rassismus verschont ist. In queerer Theorie und intersektionaler Praxis wird Kyriarchat oft neben oder anstelle von Intersektionalität verwendet, um zu betonen, dass Diskriminierungsformen nicht additiv, sondern als miteinander verwobenes Herrschaftssystem wirken.

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