Die Lesbian Avengers waren eine direkt-aktionistische Gruppe, die 1992 in New York City entstand. Sechs Frauen gründeten sie: Ana María Simo, Anne Maguire, Anne-Christine d’Adesky, Marie Honan, Maxine Wolfe und Sarah Schulman. Viele von ihnen hatten zuvor bei ACT UP oder der Irish Lesbian and Gay Organization mitgearbeitet und kritisierten, dass lesbische Themen in anderen Organisationen zu kurz kamen. Ihr Ziel: lesbische Sichtbarkeit durch witzigen, unkonventionellen Aktivismus.
Die erste Aktion fand am 9. September 1992 in Queens statt. Dort wollten Rechte den multikulturellen Lehrplan „Children of the Rainbow“ verhindern. Die Avengers verteilten lavendelfarbene Luftballons mit dem Aufdruck „ask about lesbian lives“. Am 30. Oktober 1992 spuckten sie erstmals Feuer, zum Gedenken an Hattie Mae Cohens und Brian Mock, die bei einem Brandanschlag in Salem (Oregon) starben. Das Feuerspucken wurde zum Markenzeichen. Beim Marsch auf Washington 1993 organisierten sie mit dem ACT UP Women’s Network den ersten Dyke March, nach Angaben von Schulman mit rund 20.000 Teilnehmerinnen. Der Film „The Lesbian Avengers Eat Fire, Too“ (1993) von Janet Baus und Su Friedrich dokumentiert diese Zeit.
Aus der New Yorker Gruppe wurden Ableger in den USA, in Kanada, Europa und Australien; das Londoner Chapter ist das bekannteste. Die Bewegung löste sich 1997 auf, einzelne Gruppen demonstrierten weiter. Der Dyke March findet bis heute jedes Jahr im Juni rund um den Pride Month statt.