Zum Inhalt springen
Prides Locations Reisen Partys Filme News
Gay-Infos.de

Medizinisches Gaslighting

Buchstabe M 46 Begriffe

Medizinisches Gaslighting bezeichnet Situationen, in denen Ärzt*innen oder anderes medizinisches Personal die Beschwerden von Patient*innen herunterspielen, ignorieren oder falsch zuordnen – häufig, ohne überhaupt gründlich zu untersuchen. Statt die geschilderten Symptome ernst zu nehmen, werden sie vorschnell auf bestimmte Merkmale der Person zurückgeführt: auf ihr Geschlecht, ihre Hautfarbe, ihr Gewicht oder ihre sexuelle beziehungsweise geschlechtliche Identität.

Studien zeigen, dass Frauen, People of Color sowie trans, intergeschlechtliche und queere Menschen davon überdurchschnittlich häufig betroffen sind. Bei queeren und trans Patient*innen äußert sich das etwa darin, dass körperliche Beschwerden vorschnell auf eine Transition oder die sexuelle Orientierung geschoben werden, obwohl eine eigenständige medizinische Ursache vorliegt – oder dass Ärzt*innen grundlegendes Wissen über die gesundheitlichen Bedürfnisse queerer Menschen schlicht fehlt.

Als strukturelle Ursache gilt, dass medizinische Ausbildung und Forschung lange vor allem an einem cis-männlichen, weißen, nicht-behinderten Normkörper ausgerichtet waren. Wer davon abweicht, wird in Diagnostik und Behandlung seltener mitgedacht – mit der Folge, dass Beschwerden später erkannt und Krankheiten häufiger fehldiagnostiziert werden.

Im Glossar blättern

← Zurück zum Glossar