Whorephobia (deutsch sinngemäß: Sexarbeiter:innenfeindlichkeit) bezeichnet Stigmatisierung und Diskriminierung von Sexarbeiter:innen. Der Begriff wird vor allem in aktivistischen und wissenschaftlichen Zusammenhängen verwendet, um zu benennen, dass Vorurteile gegenüber Sexarbeit Betroffene systematisch daran hindern, sich bei Rechtsverletzungen Schutz oder Unterstützung zu holen.
Konkret beschreibt Whorephobia mehrere ineinandergreifende Barrieren: Viele Sexarbeiter:innen verheimlichen ihre Tätigkeit vor Außenstehenden, ziehen sich sozial zurück oder pflegen im Berufsalltag eine bewusst andere Identität. Aus Angst vor rechtlichen Konsequenzen zeigen sie Straftaten gegen sich seltener an, was Fehlverhalten durch Behörden – bis hin zu erzwungenen sexuellen Handlungen – begünstigen kann. Hinzu kommen erschwerter Zugang zu Gesundheitsversorgung, Rechtsberatung und arbeitsrechtlichem Schutz. Fachliteratur verortet Whorephobia in der Nähe von Vergewaltigungskultur und Slut-Shaming.
Für queere Communitys ist der Begriff relevant, weil trans Personen – insbesondere trans Frauen und Schwarze sowie andere nicht-weiße trans Frauen – überproportional häufig in der Sexarbeit tätig sind und dadurch mehrfacher Marginalisierung ausgesetzt sein können: Diskriminierung aufgrund der Geschlechtsidentität trifft dort auf Diskriminierung aufgrund der Sexarbeit.