Das Wissenschaftlich-humanitäre Komitee (WhK) war eine Organisation, die sich für die Rechte Homosexueller einsetzte. Es wurde am 15. Mai 1897 in Berlin-Charlottenburg von Magnus Hirschfeld, Max Spohr, Eduard Oberg und Franz Joseph von Bülow in Hirschfelds Wohnung gegründet.
Das Komitee wollte eine Zeitschrift zur Homosexualität herausgeben, Volksschriften veröffentlichen und eine kritische Öffentlichkeit für die Streichung des Paragrafen 175 mobilisieren, der sexuelle Handlungen zwischen Männern mit Gefängnis bedrohte. Zu den Mitgliedern gehörten unter anderem Adolf Brand, Benedict Friedlaender, Kurt Hiller, Hugo Marcus und Eduard Bertz. Das WhK hatte nie mehr als 500 Mitglieder, meist Akademiker. Ein Netz von Vertrauensleuten wuchs auf etwa siebzig Personen in Ländern wie Belgien, Frankreich, Großbritannien und Russland.
Das „Jahrbuch für sexuelle Zwischenstufen“ erschien von 1899 bis 1923, dazu kamen Monatsberichte und später Mitteilungen. Die Nationalsozialisten lösten das Komitee 1933 auf. Spätere Neugründungen, 1949 als „Giese-WhK“, 1962 in Hamburg und 1998 mit der Zeitschrift „Gigi“, blieben kurzlebig.