Zum Inhalt springen
Prides Locations Reisen Partys Filme News
Gay-Infos.de

Wolfenden Report

Buchstabe W 18 Begriffe
Der Wolfenden Report ist ein 1957 in Großbritannien veröffentlichter Untersuchungsbericht, der die Entkriminalisierung männlicher Homosexualität empfahl. Ein 15-köpfiges Komitee unter Vorsitz von Sir John Wolfenden hatte im Auftrag der Regierung geprüft, wie mit homosexuellen Handlungen und Sexarbeit rechtlich umzugehen sei. Das Ergebnis: Sexuelle Handlungen zwischen erwachsenen Männern ab 21 Jahren sollten straffrei bleiben, sofern sie im privaten Rahmen stattfinden – definiert als Anwesenheit von höchstens zwei Personen. Der Bericht verurteilte Homosexualität zwar weiterhin als moralisch verwerflich, argumentierte aber, es sei nicht Aufgabe des Gesetzes, private Moral zu regeln. Diese Trennung von Recht und Moral gilt als der eigentliche Bruch mit der bisherigen Rechtspraxis. Bis zur Umsetzung vergingen zehn Jahre: Erst der Sexual Offences Act von 1967 entkriminalisierte homosexuelle Handlungen unter den genannten Bedingungen – und zunächst nur in England und Wales, nicht in Schottland oder Nordirland. Presse und mehrere große Kirchen unterstützten die Empfehlungen bereits 1957 öffentlich. Der Wolfenden Report gilt bis heute als einer der Ausgangspunkte der britischen Bewegung für gleiche Rechte.

Im Glossar blättern

← Zurück zum Glossar