In Deutschland ist die Zahl der Adoptionen 2025 auf 3.517 Kinder gesunken – ein Rückgang von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr und der niedrigste Stand seit der Wiedervereinigung, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Innerhalb dieser rückläufigen Gesamtzahl wächst jedoch ein Teilbereich stetig: die Stiefkindadoption.
Ihr Anteil an allen Adoptionen stieg von 54 Prozent im Jahr 2010 auf inzwischen 75 Prozent. Besonders auffällig: In 80 Prozent der Fälle, in denen eine Stiefmutter adoptiert, handelt es sich um Partnerinnen in gleichgeschlechtlichen Beziehungen, die zuvor keinen rechtlichen Anspruch auf das Kind ihrer Partnerin hatten. Das entspricht rund 36 Prozent aller Adoptionen in Deutschland – jede dritte Adoption geht damit inzwischen auf lesbische Paare zurück, die eine bestehende soziale Elternschaft rechtlich absichern.
Die adoptierten Kinder waren im Schnitt 5,1 Jahre alt, 27 Prozent jünger als ein Jahr und weitere 31 Prozent zwischen ein und zwei Jahren. Vor der Adoption lebten 74 Prozent bereits bei einem leiblichen Elternteil und dessen neuer Partnerin oder neuem Partner – ein Hinweis darauf, dass die rechtliche Anerkennung meist bestehenden familiären Alltag nachvollzieht, statt neue Familienkonstellationen zu schaffen.
Gegenläufig entwickeln sich klassische Fremdadoptionen: Sie erreichten mit 819 Fällen einen historischen Tiefstand, Adoptionen aus dem Ausland sanken auf nur noch 56 Fälle. Dem stehen 642 zur Adoption freigegebene Kinder und 3.187 adoptionswillige Bewerberinnen und Bewerber gegenüber – ein Missverhältnis, das zeigt, wie sehr sich das Adoptionsgeschehen in Deutschland von der klassischen Fremdadoption weg und hin zur rechtlichen Absicherung bestehender Regenbogenfamilien verschoben hat.
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