Bei der Internationalen Aids-Konferenz in Rio de Janeiro zeigte das US-Außenministerium eine Afrika-Karte mit falsch platzierten Ländern. Der Fehler fällt in eine Zeit drastischer Kürzungen beim US-Aids-Programm PEPFAR.
Bild: KI-generiert (Higgsfield) · Illustration
Bei der 26. Internationalen Aids-Konferenz in Rio de Janeiro hat eine Präsentation des US-Außenministeriums für Spott und Kritik gesorgt. Bei einer Nebenveranstaltung am Rand der Konferenz zeigten Beamte eine Afrika-Karte, auf der zahlreiche Länder falsch platziert oder falsch beschriftet waren: Nigeria erschien als Binnenstaat ohne Zugang zum Meer, Mosambik war nördlich von Uganda eingezeichnet, Côte d'Ivoire lag im Süden des Kontinents, Kamerun stand als Beschriftung ohne erkennbare Landesgrenze da. Die Karte trug ein sichtbares Wasserzeichen der KI-Firma OpenAI.
Das Außenministerium entschuldigte sich und erklärte, ein Mitarbeiter habe die Präsentation in Eile überarbeitet. Die HIV-Politikexpertin Emily Bass, die bei der Veranstaltung zugegen war, dokumentierte den Vorfall und kommentierte, die Behörde „zeichne die Karte neu und schreibe die Geschichte um" – ein Verweis darauf, dass die Präsentation den Beitrag der US-Seuchenschutzbehörde CDC zu Gesundheitszentren in Malawi verschwieg und den Eindruck erweckte, die Planung liege allein bei den afrikanischen Partnerländern, obwohl diese bereits 2024 eigenständig PEPFAR-Sitzungen geleitet hatten.
Der peinliche Zwischenfall fällt in eine Zeit drastischer Kürzungen beim US-Aids-Hilfsprogramm PEPFAR. Eine Studie der Organisation amfAR beziffert die Folgen: 1.700 HIV-Versorgungszentren mussten wegen verzögerter oder gestrichener Mittel schließen, rund 16.000 Beschäftigte im Gesundheitswesen verloren ihre Stellen, und schätzungsweise drei Viertel der Organisationen, die besonders gefährdete Gruppen versorgen, stellten ihre Arbeit ein.
Für viele Beobachterinnen und Beobachter der Konferenz steht die verunglückte Karte damit sinnbildlich für den Rückzug der US-Regierung aus einer Rolle, die sie über Jahrzehnte als größter Geldgeber der globalen Aids-Bekämpfung innehatte.
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