Fidschi hat den nationalen Notstand ausgerufen: 2025 wurden so viele HIV-Neuinfektionen wie nie zuvor registriert, nur ein Bruchteil der Betroffenen kennt den eigenen Status oder erhält Behandlung. Das Land setzt nun auf eine mehrjährige Strategie mit UNAIDS und WHO.
Bild: KI-generiert · Illustration
Fidschi hat den nationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen, nachdem die Zahl der HIV-Neuinfektionen so stark gestiegen ist wie nie zuvor. Gesundheitsminister Ratu Atonio Lalabalavu begründete den Schritt mit dem Ernst der Lage und der Notwendigkeit einer koordinierten, dringenden Reaktion.
2025 wurden auf den Fidschi-Inseln 2016 neue HIV-Diagnosen registriert – der höchste jährliche Wert, der je erfasst wurde. Insgesamt leben schätzungsweise 9100 Menschen mit HIV, zwölfmal so viele wie 2010. Nur 39 Prozent der Betroffenen kennen ihren Status, lediglich 22 Prozent erhalten eine Behandlung. Besonders alarmierend: 59 Neugeborene infizierten sich 2025 während der Schwangerschaft oder Geburt, insgesamt wurden 67 Fälle bei Kindern unter 15 Jahren gezählt.
Mehr als die Hälfte der Fälle mit bekanntem Übertragungsweg geht auf sexuellen Kontakt zurück, über 42 Prozent auf intravenösen Drogenkonsum. Fidschi ist zu einem Transitpunkt für Drogenschmuggel in der Region geworden, wodurch mehr Substanzen auch den heimischen Markt erreichen. Hinzu kommen inkonsequente Kondomnutzung, Lücken bei Testangeboten, Stigmatisierung und Fehlinformation.
Das Land setzt auf eine vierjährige „HIV Surge Strategy" (2024–2027), unterstützt von UNAIDS und der WHO. Geplant sind unter anderem Spritzenaustauschprogramme, ein breiterer Zugang zu PrEP, mehr Testmöglichkeiten und stärkere Aufklärung in den Communitys.
Joeli Colati vom Netzwerk Fiji Network Plus betonte, neu diagnostizierte Menschen bräuchten mehr als Medikamente – auch Unterstützung, verlässliche Informationen und Hoffnung. Asaeli Sinusetaki von der Rainbow Pride Foundation begrüßte den Notstand, merkte aber an, es sei bedauerlich, dass es so lange gedauert habe.
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