Bild: KI-generiert (Higgsfield) · Illustration
Health Canada, das kanadische Gesundheitsministerium, hat angekündigt, Fragen zum Sexualverhalten künftig nicht mehr als Auswahlkriterium für Samenspender heranzuziehen. Damit fällt die letzte Hürde einer Regelung, die schwule und bisexuelle Männer über Jahre pauschal von der Samenspende ausschloss, unabhängig davon, wie ihre individuelle gesundheitliche Situation aussah.
Bis 2024 durfte nicht spenden, wer innerhalb der vorangegangenen drei Monate Sex mit einem Mann hatte – begründet mit einem erhöhten Risiko für HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen. 2023 klagte der Torontoer Aziz M. gegen diese Praxis; 2024 wurde das pauschale Verbot bereits aufgehoben und die Frage zum Analverkehr geschlechtsneutral umformuliert, blieb damit aber im Kern bestehen. Nach drei Jahren Rechtsstreit strich Health Canada nun auch die letzten verbliebenen Fragen zum Sexualverhalten vollständig aus dem Auswahlverfahren.
Gesundheitsexpert*innen stützen den Schritt: Die Testverfahren von Health Canada seien zuverlässig genug, um Infektionen sicher auszuschließen, ohne einzelne Gruppen pauschal unter Verdacht zu stellen. Proben werden direkt nach der Abgabe untersucht und anschließend sechs Monate unter Quarantäne gelagert, bevor eine zweite Testung über die endgültige Freigabe entscheidet – ein Verfahren, das unabhängig davon greift, wer gespendet hat.
Aziz M., der selbst 2014 als Samenspender aktiv war, sieht in der Entscheidung einen späten, aber überfälligen Schritt: Diese Möglichkeit solle nun auch anderen schwulen und bisexuellen Männern offenstehen, sagt er und hofft, dass weitere Länder mit ähnlichen Regeln nachziehen.
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