Der Christopher Street Day in London ist in diesem Jahr von zwei gegensätzlichen Nachrichten geprägt: einer Rekordbeteiligung und einem antisemitischen Vorfall am Rande der Parade. Nach Angaben der Veranstalter nahmen mehr als 35.000 Menschen aus über 600 Gruppen an der Parade von Hyde Park Corner zum Whitehall Place teil, insgesamt kamen rund 1,5 Millionen Besucherinnen und Besucher. Auch Londoner Fußballclubs wie Arsenal, West Ham und Crystal Palace waren mit eigenen Wagen vertreten.
Überschattet wurde der Tag von Anfeindungen gegen jüdische LGBTIQ+-Teilnehmende. Menschen, die israelische und Regenbogenflaggen zusammen trugen, sahen sich Rufen wie „Geht zurück in eure zionistische Heimat“ und „Ihr tötet arabische Kinder, ihr tötet schwule Kinder“ ausgesetzt; eine Frau soll „Fickt euch, Juden“ geschrien haben, während andere „Free Palestine“ skandierten. Scotland Yard bestätigte, dass anwesende Beamte vor Ort keine Festnahmen vornahmen, sich der Vorfälle aber annehmen. Ein Sprecher der Metropolitan Police erklärte, man arbeite weiterhin intensiv daran, Hasskriminalität jeder Art zu bekämpfen, und werte inzwischen vorliegendes Videomaterial aus.
Für zusätzliches Aufsehen sorgte die kurzfristige Absage von Madonna. Gemeinsam mit Beth Ditto und MNEK hätte die Sängerin laut Insiderberichten überraschend auf der Bühne am Trafalgar Square auftreten sollen; zur Promotion ihres neuen Albums „Confessions II“ hielt sie sich ohnehin in London auf. Wegen der erwarteten Menschenmassen entschied sich ihr Team jedoch dagegen – aus Sorge, ein Auftritt könne die gut organisierte Veranstaltung ins Chaos stürzen. Fans blieb damit ein Pride ohne prominenten Überraschungsgast, dafür mit einer Debatte über Antisemitismus, die weit über London hinaus Beachtung fand.
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