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Malaysia ändert offiziellen Begriff für LGBT zu 'deviant culture'

Die malaysische Regierung will den Begriff 'LGBT' durch 'deviant culture' ersetzen, was international für Empörung sorgt.

Die malaysische Regierung will den offiziellen Begriff "LGBT" in Verwaltung und öffentlicher Kommunikation durch "budaya songsang" ersetzen, was so viel wie "abweichende Kultur" bedeutet. Angeordnet hat die Änderung das Büro der stellvertretenden Ministerin für religiöse Angelegenheiten unter Marhamah Rosli, die ihren Schritt im Parlament ausdrücklich mit Algorithmen begründete: Je häufiger der Begriff "LGBT" verwendet, geschrieben oder ausgesprochen werde, desto mehr entsprechende Inhalte würden von Plattformen ausgespielt und dadurch normalisiert.

Menschenrechtsorganisationen widersprechen dieser Argumentation deutlich. Weil der neue Begriff LGBT-Personen entmenschliche, Falschinformationen befeuere und die gefährliche Vorstellung verstärke, queere Menschen müssten "korrigiert" werden, kritisiert ihn die Gruppe Justice for Sisters scharf. Amnesty International Malaysia geht noch weiter: Wer Menschen offiziell als "deviant" etikettiere, verteidige damit keine Moral, sondern legitimiere Hass und Diskriminierung.

Vor diesem rechtlichen Hintergrund wirkt die Begriffsänderung besonders schwer. Gleichgeschlechtliche Handlungen sind in Malaysia strafbar und können mit bis zu 20 Jahren Haft geahndet werden, einen gesetzlichen Schutz vor Diskriminierung aufgrund von sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität gibt es im Land bislang nicht.

International sorgt der Schritt für scharfe Kritik, weil er über reine Symbolpolitik hinausgeht: Wenn eine Regierung queere Identität amtlich als "Abweichung" einstuft, prägt das nach Einschätzung von Aktivist*innen auch behördliches Handeln, etwa bei Bildung, Gesundheitsversorgung oder Polizeiarbeit. Die malaysische Regierung selbst verteidigt die Umbenennung als kulturell notwendig und sieht darin keinen Widerspruch zu den Menschenrechten der Betroffenen.

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