In Philadelphia sucht die Polizei nach einem Mann, der laut Ermittlern gezielt schwule Männer angriff – zwei Opfer starben, der Verdächtige ist weiter auf freiem Fuß.
In Philadelphia sucht die Polizei nach einem Mann, dem die Ermittler vorwerfen, gezielt schwule Männer anzugreifen. Innerhalb weniger Wochen wurden auf und um die West Hunting Park Avenue drei Männer erschossen oder angeschossen: Martin Higgins (45) starb am 20. Juni noch am Tatort, Sharef Holman (29) erlag am 26. Juni in der Nähe seinen Verletzungen im Krankenhaus. Ein 55-Jähriger überlebte einen Schuss Ende Mai in derselben Gegend mit Verletzungen an Ellbogen und Oberkörper.
Nach Angaben von Ermittlern wurden beide Todesopfer von hinten erschossen. Überwachungsaufnahmen der U-Bahn-Gesellschaft SEPTA zeigen nach Polizeiangaben einen Verdächtigen in rotem oder grauem Kapuzenpullover, der zur Tatzeit gegen 22 beziehungsweise 23 Uhr am Tatort unterwegs war. Gesucht wird der 21-jährige Jahylin Melchur, der weiterhin auf freiem Fuß ist.
Der Fall hat in Philadelphia eine Debatte über den rechtlichen Schutz vor Hassverbrechen neu entfacht. Bezirksstaatsanwalt Larry Krasner kritisierte, Pennsylvania verfüge über keine wirksame Hate-Crime-Gesetzgebung: Das einzige einschlägige Gesetz stammt aus dem Jahr 1982 und erfasst weder sexuelle Orientierung noch geschlechtliche Identität als Tatmotiv. Krasner erneuerte seine Forderung an den Bundesstaat, die Vorschrift entsprechend zu erweitern.
Die Ermittlungen dauern an. Die Polizei bittet Zeuginnen und Zeugen, die Hinweise auf den Verdächtigen oder sein Umfeld geben können, sich zu melden.
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