Faravaz Farvardin, 36, wuchs in Teheran auf und sang dort im Untergrund – öffentlich durften Frauen im Iran seit der Revolution nicht solo singen. Die Behörden verurteilten sie zu einem Jahr Haft, danach blieb ihr nur die Flucht. Seit acht Jahren lebt sie im Exil in Deutschland, die vergangenen drei Jahre in Berlin.
2025 veröffentlichte sie ihr Debütalbum „Azadi" (Freiheit), im März 2026 folgte die EP „Butterfly". Das dazugehörige Musikvideo erschien bewusst am Trans Day of Visibility, dem 31. März. An „Butterfly" wirkten zahlreiche FLINTA*-Künstlerinnen mit, darunter der Chor D-Dur-Dykes. Im September 2026 soll die EP „Saffron" erscheinen, die sich mit Migration und Identität auseinandersetzt.
Mit ihrer Organisation „The Right to Sing" setzt sich Faravaz für das Recht von Frauen ein, im Iran und in Afghanistan öffentlich zu singen – ein Recht, das ihnen dort verwehrt bleibt. „Ich singe, um am Leben zu bleiben", sagt sie über ihre Musik, die für sie mehr ist als Kunst: „Musik ist meine Waffe."
Der Kontakt zu Familie und Freund*innen im Iran reißt für Faravaz immer wieder ab. Zum Zeitpunkt eines Interviews im Mai 2026 dauerte eine Internet-Abschaltung im Land bereits mehr als 100 Tage – für Menschen im Exil bedeutet das wochenlange Ungewissheit über das Schicksal der Zurückgebliebenen.
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