Der LSVD+ Bayern hat der Staatsregierung 202 Fragen zum Aktionsplan Queer vorgelegt und fordert überprüfbare Ziele, verbindliche Finanzierung und mehr Mitsprache queerer Organisationen.
Bild: KI-generiert · Illustration
Der Landesverband des LSVD+ in Bayern hat der Staatsregierung einen Fragenkatalog mit 202 Punkten zum „Bayerischen Aktionsplan Queer“ vorgelegt. Der ressortübergreifende Plan war im Juni von der Staatsregierung beschlossen worden, aus Sicht des Verbands bleibt er an entscheidenden Stellen unkonkret.
„Knapp 200 Fragen sind viel. Sie zeigen aber: Der Aktionsplan wirft mehr Fragen auf, als er beantwortet“, sagte LSVD+-Vorstand Markus Apel. Der Verband vermisst insbesondere überprüfbare Ziele bis zum Ende der Legislaturperiode, verbindliche Zeitpläne und eine transparente Finanzierung über den Doppelhaushalt 2026/2027 hinaus. Bislang würden viele Vorhaben nur als Projektförderung laufen, statt dauerhaft strukturell abgesichert zu sein.
Ein zweiter Schwerpunkt der Kritik betrifft die Beteiligung: Der LSVD+ fordert ein unabhängiges Steuerungsgremium, in dem queere Selbstvertretungsorganisationen mindestens zur Hälfte der Mitglieder stellen. Inhaltlich benennt der Fragenkatalog unter anderem Bildung und Schutz vor Mobbing, Hasskriminalität, die gesundheitliche Versorgung queerer Menschen einschließlich Reproduktionsmedizin, Regenbogenfamilien sowie Unterstützung für trans, intergeschlechtliche und nicht-binäre Menschen als Felder, in denen der Plan nachschärfen müsse.
Kritik übt der Verband auch an einzelnen Formaten des Plans, etwa einem geplanten Comedy-Programm mit dem Titel „Homologie mit Malte Anders“. Der LSVD+ fordert stattdessen eine langfristige Förderung fachlich qualifizierter queerer Bildungsangebote. Der Fragenkatalog greift damit auch Forderungen auf, die Verbände der queeren Zivilgesellschaft bereits seit 2023 erhoben hatten.
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