Drei ehemalige Mitarbeitende des US-Auslandsgeheimdienstes CIA warnen davor, dass die Trump-Regierung Strukturen wiederbelebt, die an die sogenannte „Lavender Scare“ der Nachkriegszeit erinnern – eine Kampagne, in deren Verlauf der Staat ab Ende der 1940er Jahre systematisch schwule und lesbische Angestellte identifizierte und aus dem Dienst entfernte. Präsident Eisenhower erklärte 1953 per Erlass „sexuelle Perversion“ offiziell zum Ausschlussgrund für Anstellungen und Sicherheitsfreigaben im Staatsdienst.
Trace Ballard, der 35 Jahre für die CIA tätig war und die Mitarbeitervereinigung ANGLE (Agency Network of Gay, Lesbian, Bisexual, and Transgender Officers and Allies) gegründet hat, der frühere ANGLE-Mitgründer Todd Johannessen sowie die ehemalige Direktorin im Nationalen Sicherheitsrat Julia Curlee – die erste CIA-Mitarbeiterin, die während ihrer aktiven Dienstzeit offen ihre Transition durchlief – dokumentieren aktuelle Entwicklungen, die sie mit dieser Geschichte vergleichen.
Sie verweisen unter anderem auf einen Erlass vom Januar 2025, der Diversitätsprogramme des Bundes abschaffte und zur Auflösung von ANGLE innerhalb der CIA führte, auf das Ende der Pride-Month-Feiern in der Behörde sowie auf eine Regelung, die Geschlecht als unveränderliche männlich-weibliche Kategorie festschreibt – mit praktischen Folgen für trans Mitarbeitende etwa bei Pässen und Toilettennutzung im Auslandseinsatz. Im Februar 2025 kündigte Geheimdienstdirektorin Tulsi Gabbard an, dass mehr als hundert Geheimdienstmitarbeitende ihre Jobs und Sicherheitsfreigaben verlieren würden, nachdem Nachrichten aus internen LGBTIQ+-Chatgruppen öffentlich geworden waren; darunter drei CIA-Angestellte.
Curlee erklärte, sie könne inzwischen „mit gutem Gewissen keinem LGBT-Amerikaner mehr empfehlen, sich bei der CIA zu bewerben“. Die drei früheren Mitarbeitenden sehen die Parallele zur Lavender Scare nicht in einzelnen Maßnahmen, sondern im Muster: dem gezielten Erfassen unerwünschter Gruppen, dem Abbau schützender Strukturen und der Behandlung queerer Identität als Sicherheitsrisiko.
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