Bild: KI-generiert (Higgsfield) · Illustration
In New York bringen der Senator Erik Bottcher und der Abgeordnete Tony Simone einen Gesetzentwurf ein, der ein rund 40 Jahre altes Verbot für schwule Saunen aufheben soll. Die Regelung aus den 1980er-Jahren untersagt Betriebe, die Räume "für sexuelle Aktivitäten verfügbar" machen – verabschiedet auf dem Höhepunkt der AIDS-Krise, als der Staat lieber ganze Einrichtungen schloss, statt sie zu regulieren und über Prävention aufzuklären.
Simone bringt die Begründung auf einen einfachen Satz: "The year is 2026, not 1986." Er verweist auf drei Jahrzehnte medizinische Forschung, die seither Präventionsmöglichkeiten wie HIV-Tests, PrEP und verlässliche Aufklärung hervorgebracht habe – eine Grundlage, die es 1986 schlicht nicht gab. Das alte Gesetz mache heute keinen Ort sicherer, sondern dränge Begegnungen nur in unregulierte Räume ohne jede gesundheitliche Aufsicht.
Befürworter*innen des Entwurfs betonen, dass es um einvernehmliche Handlungen zwischen Erwachsenen gehe und dass diese Orte historisch ein wichtiger Teil queerer Kultur in New York waren, lange bevor die Krise sie in Verruf brachte. Einige Saunen operieren in der Stadt schon heute in einer rechtlichen Grauzone; eine Gesetzesänderung würde ihnen erstmals eine klare, geregelte Grundlage geben, statt geduldeter Nebenraum zu bleiben.
Der Entwurf befindet sich derzeit im Gesetzgebungsverfahren, ein Abstimmungstermin steht noch nicht fest. Sollte er durchkommen, wäre New York einer der ersten US-Bundesstaaten, der eine Regelung aus der AIDS-Ära ausdrücklich zurücknimmt, statt sie stillschweigend fortbestehen zu lassen.
Verwandte Artikel
Bundesrichter kippt Texas' Drag-Verbot – mit Verweis auf Dolly Parton
Ein Bundesrichter hat Texas' Gesetz gegen Drag-Auftritte als verfassungswidrig gekippt und in der Begründung auf Dolly Parton verwiesen. Der Bundesstaat kündigte Berufung an.
Erster offen schwuler schwarzer Kongressabgeordneter aus dem Süden der USA
Der Demokrat Everton Blair gewinnt eine Nachwahl in Georgia und wird als erster offen schwuler schwarzer Mann aus einem Südstaat in den US-Kongress einziehen.
US-Regierungsbericht: Trans-Rechte sollen linke Gewaltbereitschaft fördern
Ein neuer HHS-Bericht der Trump-Regierung behauptet einen Zusammenhang zwischen Unterstützung für Transgender-Rechte und politischer Gewaltbereitschaft. Menschenrechtsorganisationen kritisieren die Studie als unwissenschaftlich.