Die neue Koalition aus CVO, SGP und ABO will den Aktionsplan von 2021 widerrufen und am Coming-out-Tag keine Regenbogenflagge mehr hissen. Ein Pastor widerspricht öffentlich.
Bild: KI-generiert · Illustration
In der niederländischen Gemeinde Oldebroek in der Provinz Gelderland soll es keine eigene LGBTIQ+-Politik mehr geben. Die neue konservative Koalition aus Christelijk Verbond Oldebroek (CVO), der streng protestantischen SGP und Algemeen Belang Oldebroek (ABO) will einen Aktionsplan von 2021 widerrufen. Außerdem soll am Coming-out-Tag, dem 11. Oktober, keine Regenbogenflagge mehr wehen.
Oldebroek hat rund 23.000 Einwohner und liegt im sogenannten Bibelgürtel der Niederlande. Tom de Nooijer, 26, von der CVO und früheres SGP-Mitglied, bezeichnet Diversitätsprojekte als Ausdruck von „Kulturmarxismus oder Wokeness“. Besondere LGBTIQ+-Politik sei unnötig, da „alle vor dem Gesetz schon gleich behandelt“ würden.
Widerspruch kommt von Pastor Han Wilmink. Er habe in dieser Frage „so viel Leid erlebt“, dass er wütend werde, wenn die Politik die Uhr zurückdrehe. Er verweist auf Beerdigungen suizidaler Männer und auf ein lesbisches Paar, das sich nicht traue, in der Öffentlichkeit Händchen zu halten.
Die Entscheidung sorgt landesweit für Aufsehen. Die Niederlande hatten 2001 als erstes Land die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet. Nach den Angaben der Quelle sinkt zugleich die Akzeptanz unter Jugendlichen; die Regierung reagiere mit mehr Geld für sogenannte Regenbogenstädte. Ob und wann der Gemeinderat formell abstimmt, nennt die Quelle nicht.
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