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Pentagon führt Pflicht-Testosterontests für Soldat*innen ab 30 ein

Pentagon führt Pflicht-Testosterontests für Soldat*innen ab 30 ein
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth lässt ab 30 Jahren jährliche Testosteron-Tests für Soldatinnen und Soldaten einführen – Mediziner*innen und eine Kongressabgeordnete kritisieren die Maßnahme scharf.

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat ein Programm angeordnet, das ab sofort jährliche Testosteron-Tests für aktive und Reserve-Soldat*innen ab 30 Jahren vorschreibt. Jüngere Militärangehörige können sich freiwillig testen lassen. Fällt der Wert niedrig aus, empfiehlt das Pentagon eine Hormonersatztherapie – verpflichtend ist sie nicht. Hegseth nennt das Vorhaben intern „High-T Department of War" und begründet es damit, Truppen „stark, widerstandsfähig und einsatzbereit" zu halten.

Wie viel das Programm kosten wird, welche Testosteron-Werte als Mangel gelten und wie es bei weiblichen Soldatinnen angewendet werden soll, hat das Verteidigungsministerium bislang nicht mitgeteilt. Rund 18 Prozent der US-Streitkräfte sind Frauen.

Mediziner*innen halten das Vorgehen für wenig fundiert: Testosteronwerte schwanken innerhalb von Tagen und Wochen erheblich, ein einzelner Jahreswert sagt daher kaum etwas aus. Üblich sind Tests bislang nur bei konkreten Symptomen, nicht als Routineuntersuchung.

Politisch brisant wird die Initiative durch ihren Kontrast zur bisherigen Personalpolitik des Pentagon: Erst wurden Trans-Soldat*innen aus dem Dienst gedrängt und ihr Zugang zu geschlechtsangleichender Behandlung eingeschränkt – nun weitet das Ministerium den Zugang zu Hormonbehandlungen für andere Zwecke aus. Die demokratische Abgeordnete Becca Balint, die offen lesbisch lebt, wirft Hegseth vor, hinter der Maßnahme stünden „merkwürdige, intensive, homoerotische Gefühle gegenüber Männern", verbunden mit Homophobie. Sie verglich das von Hegseth gepflegte Bild des „rauen, männlichen Machomanns" mit den hypermaskulinen Illustrationen des schwulen Künstlers Tom of Finland. Zusätzlich verwies Balint darauf, dass Hegseth zuvor neun Offiziere von Beförderungslisten der Marine strich, darunter alle drei Frauen und zwei Schwarze Männer – ein Vorgang, der seinen Anspruch auf leistungsbezogene Beförderungen infrage stellt.

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