Der Jugendhilfeausschuss in Karlsruhe hat die Anerkennung der International Christian Fellowship als freier Träger abgelehnt, obwohl die Stadtverwaltung sie empfohlen hatte.
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Die Stadt Karlsruhe erkennt die International Christian Fellowship (ICF) Karlsruhe nicht als Träger der freien Jugendhilfe an. Der Jugendhilfeausschuss lehnte den Antrag am Mittwoch deutlich ab: 17 Stimmen dagegen, sechs dafür, eine Enthaltung. Die Stadtverwaltung hatte die Anerkennung zuvor empfohlen. Der Ausschuss hatte die Entscheidung bereits im Juni vertagt.
Vor dem Rathaus versammelten sich Anhängerinnen und Anhänger der Freikirche. Parallel fand eine Kundgebung mit Redebeiträgen statt, zu der die Linke aufgerufen hatte.
Die Jugendorganisationen von CDU, SPD, Grünen und FDP hatten in einem offenen Brief gefordert, die Anerkennung zu verweigern. Sie verwiesen auf queerfeindliche Vorfälle und Äußerungen an verschiedenen Standorten der Kirche und kritisierten, dass sich ICF Karlsruhe davon bisher nicht distanziert habe.
Auch der LSVD+ und queere Organisationen in Karlsruhe sprachen sich gegen die Anerkennung aus. Sie beriefen sich auf Recherchen des Portals FundiWatch. Genannt wurden unter anderem Enthaltsamkeitsforderungen an Homosexuelle, der praktische Ausschluss queerer Menschen aus Verantwortungsrollen und eine Fernsehreportage über Versuche, einen Reporter von seiner Homosexualität zu „befreien“.
In einem eigenen offenen Brief schrieben das queerKAstle-Zentrum, der CSD und weitere Organisationen, die ICF habe zentrale Fragen nicht beantwortet, etwa zur diskriminierungsfreien Arbeit mit queeren Jugendlichen sowie zu ihrem Frauen- und Familienbild. Es bestünden „massive Zweifel an der grundgesetzkonformen Ausrichtung des Trägers“.
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