Neue Leitlinien von NHS England schreiben vor, dass Stationen, Toiletten und Umkleiden nach dem biologischen Geschlecht genutzt werden. Trans-Organisationen halten das für kaum umsetzbar.
Bild: KI-generiert · Illustration
NHS England hat neue Leitlinien veröffentlicht, nach denen trans Patientinnen, Patienten und Beschäftigte Stationen, Toiletten und Umkleiden „auf Grundlage des biologischen Geschlechts“ nutzen müssen. Frühere Leitlinien hatten es erlaubt, die Räume des gelebten Geschlechts zu nutzen. Berichtet hat PinkNews.
In dem Dokument heißt es sinngemäß, nach Geschlechtern getrennte Angebote wie Krankenhausunterbringung sollten nach dem biologischen Geschlecht gestaltet werden. Trans Personen sollen demnach entsprechend ihrem bei der Geburt eingetragenen Geschlecht untergebracht werden oder ein Einzelzimmer angeboten bekommen, um das Risiko einer Diskriminierung zu vermeiden. Entschieden werden soll im Einzelfall, wobei klinische Bedürfnisse sowie Würde und Sicherheit der Patienten zu berücksichtigen sind. Nach Angaben der BBC kann der klinische Bedarf in manchen Fällen Vorrang haben.
Die Neufassung folgt auf ein Urteil des britischen Supreme Court vom April 2025. Das Gericht hatte entschieden, dass sich „Frau“ und „Geschlecht“ im Equality Act 2010 auf die biologische Frau und das biologische Geschlecht beziehen.
Die Organisationen TransActual und Trans+ Solidarity Alliance sehen in den Leitlinien zumindest den Vorrang klinischer Einschätzung vor pauschalen Ausschlüssen. Zugleich bleibe unklar, wie medizinisches Personal trans Patienten sicher behandeln solle. Die Regelung „werde den Kontakt mit der Realität in überlasteten Krankenhäusern nicht überstehen“, erklärten sie. Der Regierung werfen sie vor, das rechtliche Durcheinander nicht in den Griff zu bekommen.
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