Eine High School im Raum Dallas hat ihr Musical gestrichen, nachdem die Senior Ana Mota als Seymour besetzt wurde. Der Schulbezirk verweist auf Texas' Senate Bill 12. Die Familie erwägt rechtliche Schritte.
Bild: KI-generiert · Illustration
Die South Grand Prairie High School im texanischen Grand Prairie Independent School District hat ihre Aufführung von „Little Shop of Horrors“ abgesagt. Zuvor hatte die Schülerin Ana Mota, eine Senior, die Rolle des Seymour bekommen, traditionell die männliche Hauptfigur des Musicals. Der Schulbezirk bestätigte die Absage.
Nach Angaben des Theaterautors Howard Sherman, der auf „Downstage Center“ berichtet, wurde Mota rund eine Woche nach Probenbeginn aufgefordert, die Rolle abzugeben. Sie sollte an den männlichen Zweitbesetzten gehen; Mota hätte stattdessen die Audrey mit einer anderen Schülerin teilen sollen.
Der Schulbezirk begründet die Absage mit der romantischen Handlung und der Darstellung einer missbräuchlichen Beziehung. Man wolle „etwas Passenderes“ finden. Die Entscheidung sei Teil der Bemühungen, die Programme an Senate Bill 12 und weitere Gesetze anzupassen. Das texanische Gesetz gilt seit dem 1. September 2025 und schränkt Unterricht, Aktivitäten und Programme zu sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität an Schulen ein.
Mota sagt, sie habe sich die Rolle verdient. Sie nennt die Absage „eine Strafe für alle in der Besetzung“. In einem offenen Brief auf Instagram schreibt sie, der Bezirk schließe sie von einer Bildungschance aus, weil sie ein Mädchen sei. Sie habe schon männliche Rollen gespielt, etwa Jack in „Into the Woods“, die Besetzung sei geschlechtsunabhängig erfolgt. „Das hat nichts mit Drag zu tun“, sagte sie der „Dallas Morning News“. Ihre Mutter Nancy Jimenez sagte dem Sender NBC DFW, das Gesetz treffe auf den Fall nicht zu. Die Familie erwägt rechtliche Schritte, falls der Bezirk die Entscheidung nicht zurücknimmt. Mota sieht außerdem das Bundesgesetz Title IX gegen Geschlechterdiskriminierung an Bildungseinrichtungen verletzt; eine rechtliche Bewertung steht aus.
Kritiker fragen, warum die Bedenken erst nach der Besetzung aufkamen. Dieselbe Show lief an der Schule bereits vor vier Jahren, und die Grand Prairie Fine Arts Academy im selben Bezirk bringt sie in diesem Jahr auf die Bühne. Ähnliche Fälle gab es in Texas schon früher: 2023 durfte ein trans Junge in „Oklahoma!“ keine männliche Hauptrolle spielen, 2024 wurde „The Laramie Project“ an einer Highschool abgesagt.
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