April Ashley zählt zu den ersten Britinnen, die sich einer geschlechtsangleichenden Operation unterzogen. Der Eingriff fand 1960 in Casablanca bei dem Chirurgen Georges Burou statt, der damals zu den wenigen Ärzten weltweit gehörte, die solche Operationen durchführten. Ashley arbeitete anschließend als Model und Schauspielerin und erschien unter anderem in der Vogue.
1963 heiratete sie den britischen Aristokraten Arthur Corbett. Als er die Ehe wenig später annullieren lassen wollte, kam es zum Präzedenzfall Corbett v Corbett: Richter Roger Ormrod entschied 1970, die Ehe sei nichtig, weil Ashleys rechtliches Geschlecht allein anhand von Chromosomen, Keimdrüsen und Genitalien bei der Geburt zu bestimmen sei – unabhängig von jeder späteren Operation. Dieses Urteil legte für Jahrzehnte fest, wie britische Gerichte und Behörden das Geschlecht von trans Personen rechtlich behandelten, bis es der Gender Recognition Act 2004 ablöste.
2012 wurde Ashley mit dem Order of the British Empire ausgezeichnet. Sie starb 2021 im Alter von 86 Jahren.