CMNM steht für „Clothed Male, Naked Male“ und bezeichnet eine Konstellation, in der ein Mann bekleidet ist, während ein anderer Mann unbekleidet ist. Im Mittelpunkt steht der Gegensatz zwischen den beiden Rollen und das Gefälle, das er erzeugt. Als erotische Vorliebe zählt CMNM zu den Spielarten, die man unter Kink zusammenfasst.
Was CMNM bedeutet
Die Abkürzung beschreibt zwei Zustände: bekleidet und nackt. Gemeint ist keine bestimmte Handlung, sondern ein Rollenbild. Eine Person trägt Kleidung, die andere nicht, und genau dieser Unterschied macht für Menschen mit dieser Vorliebe den Reiz aus. Wer sich dafür interessiert, tut das als Fantasie, als Vorliebe in Begegnungen oder beides.
Von den Nachbarbegriffen unterscheidet sich CMNM nur durch die Geschlechter der Beteiligten. Bei CFNM ist eine Frau bekleidet und ein Mann nackt, bei CMNF ein Mann bekleidet und eine Frau nackt. Das Prinzip bleibt in allen drei Fällen dasselbe: Es kommt auf das Verhältnis von Kleidung und Nacktheit zwischen den Beteiligten an, nicht auf einen bestimmten Ort oder Anlass.
Woher der Begriff kommt
Das Muster stammt aus einer englischsprachigen Kurzschreibweise. Die deutsche Wikipedia führt in ihrem Glossar der Sexualität und Pornografie „Clothed female, naked male“, abgekürzt CFNM, für den Fall, dass nur der Mann nicht bekleidet ist, und „Clothed male, naked female“, abgekürzt CMNF, für den umgekehrten. CMNM überträgt dieses Schema auf zwei Männer. Der Begriff CMNM selbst steht dort nicht; die Ableitung ergibt sich aus dem Aufbau der Abkürzung.
Worum es bei CMNM geht
Zentral sind das Machtgefälle und der Blick. Die bekleidete Person wirkt kontrolliert und zurückgenommen, die unbekleidete ausgeliefert und sichtbar. Ob dieses Gefälle nur gespielt ist, legen die Beteiligten fest. Voraussetzung ist Konsens: Alle Beteiligten wissen, worauf sie sich einlassen, und jede Person kann jederzeit aufhören. Ohne diese Einigung bleibt aus dem Rollenspiel eine Grenzverletzung. Wer unsicher ist, ob ein Wunsch gewollt ist, fragt nach. Auch ein Rollenbild, das auf Gefälle beruht, verlangt Gleichberechtigung bei der Entscheidung, ob und wie es gelebt wird.
Verwandte Begriffe
- Kink: der Oberbegriff für sexuelle Vorlieben abseits des Üblichen, zu denen CMNM gehört.
- Fetisch: die Fixierung auf einen bestimmten Reiz, hier auf das Verhältnis von Kleidung und Nacktheit.
- BDSM: ein verwandtes Feld, in dem Machtgefälle ausdrücklich verabredet werden.
- Konsens: die Grundlage für jedes Rollenspiel mit Gefälle.