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Ex-Gay-Bewegung

Buchstabe E 25 Begriffe

Als Ex-Gay-Bewegung werden meist religiös motivierte Gruppen zusammengefasst, die eine Veränderung der homosexuellen Orientierung für möglich und erstrebenswert halten. Sie wollen diese Veränderung mit sogenannten Konversionstherapien, Beratung und Öffentlichkeitsarbeit fördern. Ihre Motivation beruht meist auf religiöser Überzeugung und auf der Ablehnung des Konzepts der sexuellen Orientierung, das Sexualwissenschaft, Psychologie und Psychiatrie praktisch einhellig akzeptieren. Getragen wird die Bewegung vor allem von Evangelikalen und ist deshalb vor allem in den USA verankert.

Fachleute lehnen die von der Bewegung propagierten Konversionstherapien als sinnlos und für die Betroffenen schädlich ab. In der Wissenschaft hat sich durchgesetzt, dass Homosexualität eine der Heterosexualität gleichwertige Variante des Begehrens ist und keiner Therapie bedarf. Der Berufsverband Deutscher Psychologen sieht Versuche, eine Homo- oder Bisexualität „abzutrainieren“, als Verstoß gegen seine ethischen Richtlinien.

Der größte Dachverband war Exodus International, 1976 gegründet. Sein Präsident Alan Chambers sagte 2012, die Mehrheit der Menschen, die er getroffen habe, habe keine Veränderung ihrer Orientierung erlebt, und bezeichnete Konversionstherapie als potenziell schädlich. 2013 löste sich Exodus International auf, Chambers entschuldigte sich für den „Schmerz und das Leid“ der Teilnehmenden. Mehrere ehemalige Mitglieder entschuldigten sich ähnlich. Viele Mitgliedsgruppen arbeiteten unter anderem Namen weiter.

Zum rechtlichen Umgang mit Konversionstherapien siehe die Einträge Konversionstherapie und Konversionsbehandlungsgesetz.

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