Die Gemeinschaft der Eigenen (GdE) war ein literarischer Verein homosexueller Männer, gegründet 1903 in Berlin. Sie ging aus den Abonnenten der Zeitschrift „Der Eigene“ von Adolf Brand hervor, der den Verein leitete. Zwölf Personen unterzeichneten die Gründungsurkunde, darunter der Schriftsteller Benedict Friedlaender und der Maler Fidus. Die Zeitschrift selbst erschien zunächst bis 1903 und dann wieder ab 1919.
Die Mitglieder folgten den Theorien von Elisàr von Kupffer und Friedlaender. Sie hielten Homosexualität für normal, lehnten aber das von Magnus Hirschfeld vertretene „Dritte Geschlecht“ und eine medizinische Sicht ab. Sie sprachen lieber von der „Liebe zwischen Freunden“ und setzten künstlerische Ausdrucksformen dagegen. Brand hatte anfangs mit Hirschfeld zusammengearbeitet und entwickelte dann die Gegenposition. Die GdE nannte selbst 2.000 bis 3.000 Mitglieder.
Zum Ende hin zeigten einige Mitglieder antisemitische Tendenzen, und Brand versuchte in einem offenen Brief, eine Koexistenz mit dem Nationalsozialismus zu erreichen. Der Verein löste sich in den 1930er Jahren auf.