Eine gemischtorientierte Ehe liegt vor, wenn nur ein Partner heterosexuell ist und der andere homosexuell oder bisexuell. Der Begriff ist eine Lehnübersetzung des englischen „mixed-orientation marriage“. Er umfasst unterschiedliche Konstellationen: einvernehmliche Ehen, die auch als Lavendelehe bezeichnet werden und die sexuelle Orientierung nach außen verschleiern sollen, etwa aus beruflichen Gründen, und Ehen, in denen der heterosexuelle Partner nichts weiß.
Wie solche Ehen verlaufen, ist unterschiedlich. Schwule Männer, die mit Frauen verheiratet sind, trennen sich nach einem Coming-out laut der Literatur häufig. Frauen leiden danach oft unter Vertrauensverlust, Scham, Selbstzweifeln und Isolation. Manche bisexuelle Männer leben beide Seiten dagegen mit Offenheit und Absprachen weitgehend konfliktfrei, andere führen ein Doppelleben.
Die Datenlage ist dünn: Viele Quellen sind Erfahrungsberichte und Ratgeber, keine systematischen Studien. Bisexualität wird in der Diskussion oft übersehen, was als Bi-Erasure kritisiert wird.