Gender Mainstreaming ist eine Strategie, Gleichstellung voranzubringen: Bei allen Entscheidungen auf jeder Ebene wird gefragt, wie sie sich auf Menschen aller Geschlechter auswirken. Das Konzept wurde 1985 auf der dritten UN-Weltfrauenkonferenz in Nairobi diskutiert und 1995 auf der vierten in Peking weiterentwickelt. Der Amsterdamer Vertrag, 1997 unterzeichnet und am 1. Mai 1999 in Kraft getreten, machte es zum erklärten Ziel der EU.
Anders als klassische Frauen- und Gleichstellungspolitik, die vor allem ausgleichend wirkt und bei eigens Beauftragten liegt, ist Gender Mainstreaming eine Querschnittsaufgabe aller Beschäftigten und soll vorbeugen. Zu den Methoden zählen nach Geschlecht aufgeschlüsselte Statistiken, Genderanalysen, Checklisten und die 3-R-Methode (Repräsentation, Ressourcen, Realität).
Kritik kommt von mehreren Seiten: Der Ansatz gilt als schwaches Instrument, weil er überwiegend auf unverbindlichen Vorgaben beruht. Manche befürchten, er werde genutzt, um Frauenprogramme und -stellen zu kürzen. Rechte und konservative Stimmen bekämpfen ihn als „Gender-Ideologie“.