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Geschlechterrolle

Buchstabe G 80 Begriffe

Geschlechterrollen sind die Verhaltensweisen, die eine Kultur für ein Geschlecht als typisch oder angemessen ansieht und den Menschen zuschreibt. Im weiteren Sinne gehört dazu auch das individuelle Verhalten, mit dem jemand die eigene Geschlechtsidentität ausdrückt.

Die Rolle beschreibt äußeres, sozial erwartetes Verhalten, die Geschlechtsidentität das innere Selbstverständnis. Beides kann auseinanderfallen: Wer die Erwartungen nicht erfüllt, wird häufig sanktioniert, denn Geschlechterstereotype sind ausgesprochen veränderungsresistent.

Der Begriff setzte sich im 20. Jahrhundert mit dem Konzept der „sozialen Rolle“ durch und löste den älteren „Geschlechtscharakter“ ab. Ab den 1970er-Jahren kam im Englischen „Gender“ auf, später „Doing Gender“. Bisher ist keine Kultur ohne Geschlechterrollen bekannt, sie entstehen historisch und verändern sich ständig. Transgender-Bewegung, Intergeschlechtlichkeit und nichtbinäre Identitäten stellen die Zweigeschlechtlichkeit infrage, auf der viele Rollenbilder beruhen.

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