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Harden-Eulenburg-Affäre

Buchstabe H 45 Begriffe

Die Harden-Eulenburg-Affäre erschütterte von 1906 bis 1909 das Kaiserreich. Der Journalist Maximilian Harden warf in seiner Zeitschrift Die Zukunft dem Fürsten Philipp zu Eulenburg-Hertefeld und dessen Freundeskreis, dem „Liebenberger Kreis“, Homosexualität vor. Eulenburg war ein Vertrauter Kaiser Wilhelms II. Harden behauptete, die „homoerotische Tafelrunde“ beeinflusse den Kaiser und sorge für eine zu nachgiebige Außenpolitik.

Aus den Vorwürfen wurden mehrere Gerichtsverfahren. Im ersten Prozess im Oktober 1907, den der Generalleutnant Kuno von Moltke gegen Harden angestrengt hatte, hielt das Gericht Moltke für homosexuell. Im Dezember 1907 und Januar 1908 verlor Harden das zweite Verfahren. 1908 wurde gegen Eulenburg wegen Meineids ermittelt.

Die Folgen waren erheblich. Reichskanzler Bernhard von Bülow trat 1909 zurück, Eulenburg starb 1921 als geächteter Mann, und der Kaiser galt vielen nun als „Weichling“. Die Stimmung gegenüber schwulen Männern wurde feindlicher. Magnus Hirschfeld beschrieb die Affäre als Wendepunkt: Davor sei Homosexualität in den gehobenen Kreisen meist stillschweigend hingenommen worden.

Strafbar blieben homosexuelle Handlungen zwischen Männern nach Paragraph 175 des Strafgesetzbuchs, den die Nationalsozialisten 1935 verschärften.

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