Justin Fashanu war ein englischer Fußballprofi, der 1990 als erster männlicher Profispieler seines Sports öffentlich machte, schwul zu sein. Er hatte zuvor unter anderem für Nottingham Forest und Norwich City gespielt und war 1981 mit einer Ablösesumme von einer Million Pfund der erste Schwarze Millionen-Transfer im britischen Fußball.
Sein Coming-out sorgte für erhebliche Anfeindungen – aus der Fußballwelt, aus den Medien und auch innerhalb seiner eigenen Familie. Sein Bruder John, ebenfalls Profifußballer, distanzierte sich öffentlich von ihm.
1998 wurde Fashanu in den USA mit dem Vorwurf sexueller Nötigung eines 17-Jährigen konfrontiert. Er bestritt die Vorwürfe und beschrieb sie in einem Abschiedsbrief als Erpressungsversuch; er äußerte darin auch die Sorge, als schwarzer, schwuler Mann in Maryland keinen fairen Prozess zu bekommen. Kurz darauf nahm sich Fashanu im Alter von 37 Jahren in London das Leben.
Seine Geschichte gilt bis heute als Mahnung für die Fußballwelt: Erst 2022 kam mit Jake Daniels wieder ein aktiver Profispieler im britischen Männerfußball offen als schwul heraus – mehr als drei Jahrzehnte nach Fashanus Coming-out.