Das Klein-Raster (Klein Sexual Orientation Grid, KSOG) ist ein Modell zur Erfassung sexueller Orientierung. Der Sexualforscher Fritz Klein beschrieb es 1978 in seinem Buch „The Bisexual Option“. Er gründete 1998 das American Institute of Bisexuality.
Das Raster misst sieben Merkmale: sexuelle Anziehung, sexuelles Verhalten, sexuelle Fantasien, emotionale Präferenz, soziale Präferenz, Lebensstil-Präferenz und Selbstidentifikation. Jedes Merkmal wird für drei Zeiträume eingeschätzt: Vergangenheit (ab früher Jugend bis ein Jahr zurück), Gegenwart (letzte zwölf Monate) und Ideal, also das, was man frei gewählt hätte. Das ergibt 21 Einschätzungen auf einer Skala von 1 bis 7, von ausschließlich gegengeschlechtlicher bis ausschließlich gleichgeschlechtlicher Anziehung.
Anders als die Kinsey-Skala, die Orientierung auf einer Linie von 0 bis 6 abbildet, trennt das Klein-Raster diese Dimensionen und zeigt Veränderung über die Zeit. Es kommt in der Forschung zum Einsatz, etwa bei Studien zu Konversionstherapien. Manche Studien deuten allerdings darauf hin, dass sich die Merkmale überschneiden.