„Tearoom Trade“ ist der Titel einer soziologischen Studie von Laud Humphreys, erschienen 1970 und hervorgegangen aus seiner Doktorarbeit von 1968. Er untersuchte anonyme sexuelle Begegnungen zwischen Männern in öffentlichen Toiletten, im US-Slang „tearooms“, im Britischen „cottaging“ (siehe auch Klappe).
Humphreys beobachtete in der Rolle eines „watchqueen“, also als Aufpasser, der warnt, wenn jemand naht. Später verfolgte er Teilnehmer über Autokennzeichen und befragte sie, als Mitarbeiter eines Gesundheitsdienstes getarnt. Nach seinen Angaben waren 54 Prozent der Männer nach außen heterosexuell und verheiratet, nur 14 Prozent lebten offen schwul. Eine Bedrohung für Unbeteiligte sah er nicht.
Die Studie gilt heute als Lehrbeispiel für unethische Sozialforschung: Täuschung, fehlende Einwilligung und Eingriffe in die Privatsphäre. Verteidiger verweisen darauf, dass die Handlungen im öffentlichen Raum stattfanden und die Männer in der Veröffentlichung nicht erkennbar waren. An der Washington University in St. Louis verließ danach laut Quelle etwa die Hälfte der Fakultät das Soziologie-Institut.