Truscum (aus „true" und „scum", oft auch selbstironisch verwendet) und Transmedicalism bezeichnen eine Position innerhalb der trans Community, die trans Sein eng an Geschlechtsdysphorie und häufig an eine medizinische Transition bindet. Wer keine Dysphorie empfindet oder keine Hormontherapie beziehungsweise Operationen anstrebt, wird nach dieser Auffassung nicht als „wirklich" trans anerkannt.
Der Begriff entstand in den 2010er-Jahren in Online-Communitys, ursprünglich als abwertende Fremdbezeichnung durch Gegner:innen dieser Position, wurde von Teilen der Bewegung aber als Eigenbezeichnung übernommen. Transmedicalist:innen berufen sich meist auf ein biologisch-medizinisches Verständnis von Geschlechtsidentität und grenzen sich von einem weiter gefassten, selbstbestimmten Verständnis ab, wie es etwa nichtbinäre oder genderfluide Identitäten voraussetzen.
Die Position ist innerhalb der queeren Community selbst stark umstritten: Kritiker:innen werfen ihr vor, genau die pathologisierenden Kriterien zu reproduzieren, gegen die sich die Depathologisierungsbewegung seit Jahrzehnten wendet, und nichtbinäre sowie nicht-transitionierende trans Menschen aus der Community auszuschließen.